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Bemerkungen zum »Tag der Organspende«

5. Juni 2011

 

David Noll beschreibt anläßlich des gestrigen »Tages der Organspende« in der F.A.Z. den aktuellen Stand der Diskussion zu Hirntod und Organspende, die hier schon in dem Artikel »Volkseigene Ersatzteilspender« angerissen wurde.

Daraus einige bemerkenswerte Citate:

 

 Im schlimmsten Fall hat Manzei hirntote Patienten für die Organspende vorbereitet – eine für sie unerträgliche Erfahrung. »Der Patient geht als Mensch in den OP und kommt als Leiche wieder heraus. Das ist nur ganz schwer zu verarbeiten.«

»Für den Patienten und das medizinische und pflegende Personal verändert sich durch die Diagnose Hirntod eigentlich nichts.« Der nunmehr Hirntote wird weiterhin beatmet, der Brustkorb hebt und senkt sich, der Körper bleibt warm. Das Personal wäscht den Patienten, entsorgt die Exkremente, die nach wie vor ausgeschieden werden. Die Wissenschaft hat sogar Fälle dokumentiert, in denen hirntote Schwangere gesunde Babys ausgetragen haben. Manzei bezeichnet den Hirntod deshalb lediglich als »rechtlichen Switch«: Der Patient werde nicht mehr für sich, sondern für den Organempfänger gepflegt und behandelt.

Inflation

1. Juni 2011

 

Folgende Produkte haben sich in Deutschland im April 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat am auffälligsten verteuert: 

 

Weißkohl: 33,1 Prozent

Butter: 28,7 Prozent

Leichtes Heizöl: 26,7 Prozent

Kartoffeln: 20,4 Prozent

Bohnenkaffee: 17,8 Prozent

Diesel (Cetanzahl unter 60): 17,8 Prozent

Pflanzenöl (kein Olivenöl): 17,6 Prozent

Pommes frites: 17,2 Prozent

Orangensaft oder ähnlicher Fruchtsaft: 13,8 Prozent

Flugtickets: 13,8 Prozent

 

Die gesamte Inflationsrate wird aber mit 2,4 Prozent angegeben.

 

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

 

 

 

 

 

 

Geierismen IV: Über Grenzen

22. Mai 2011

 

Die Forderung nach einem Nahen Osten in den Grenzen von Anfang 1967 hat nicht mehr Berechtigung, als heute eine Forderung nach einem Mitteleuropa in den Grenzen von 1937 hätte.

 

 

 

Kleine Zeitungsschau IV: Der ganz alltägliche Wahnsinn

19. Mai 2011

 

Deutschland hat achthundert weibliche Gleichstellungsbeauftragte — und zwei männliche. Daß Frauenquoten gefordert (und auch durchgesetzt) werden für politische Ämter, Vorstandsposten und dergleichen, aber nicht für die Arbeit bei der Müllabfuhr, beim Minenräumen oder im Salzbergwerk, scheint allgemein gesellschaftlich akzeptiert zu sein, so sehr, daß sich nicht einmal jemand die Mühe machen muß, dafür irgendwelche fadenscheinigen Begründungen zu erfinden. Man geht einfach darüber hinweg, ohne solche Fragen auch nur zu formulieren. Wie ernst es der deutschen Gleichstellungsindustrie um tatsächliche Gleichstellung sein kann, wenn vierhundert mal mehr weibliche als männliche Gleichstellungsbeauftragte unterwegs sind, scheint erst recht keines Beweises zu bedürfen. Die Stadt Goslar hat ihn trotzdem geliefert: Gestern hat der Stadtrat auf Antrag der Genossen von der SED die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling gefeuert, weil sie ihren Job ernstgenommen und tatsächlich Gleichstellungspolitik statt Radikalfeminismus getrieben hat. Über die Gründe, die zum Bruch geführt haben, sagt sie zum Beispiel:

Citat des Tages XXXV

4. Mai 2011

 

In den letzten beiden Jahren sind einige der renommiertesten Finanzinstitute hoffnungslos untergegangen. Menschen, denen man in der großen Welt der Finanzen Vertrauen schenkte und an deren Charakter niemand zweifelte und nicht einmal der Schatten eines Zweifels aufkam, erwiesen sich als unehrlich und ohne Prinzipientreue.

Das feurige Gericht war zu viel für das Holz, Heu und Stroh so mancher gigantischer Unternehmen. Finanzhäuser, die scheinbar auf einem Felsen gegründet waren … sind bis in ihre Grundfeste erschüttert worden. Überall begegnen uns die Trümmer großer Namen und unermeßlicher Reichtümer. In den Palästen des Schwindels hört man Wehklagen, und Verwüstung hat die Hallen der Täuschung erreicht. Seifenblasen platzen, Schwätzer verstummen, die Farbe löst sich von der Wand, die Vergoldung blättert ab.

Wir haben in den Zeitungen Monat für Monat neue Enthüllungen über die Finanzgeschäfte gelesen, die in diesem Zeitalter der Schurkerei üblich geworden sind, um andere auf respektable Weise zu berauben und aus Betrug einen Gewinn zu machen. Wir waren überrascht und verblüfft über die üblen Tricks und schamlosen Praktiken … Und doch wurden die gigantischen Betrügereien gerechtfertigt, und wir sollten glauben, daß die Schuldigen von sich annahmen, daß sie nicht unehrenhaft handelten …

 

Goldstone-Bericht revidiert

6. April 2011

 

If I had known then what I know now, the Goldstone Report would have been a different document.

Richard Goldstone

 

Richter Richard Goldstone hat sich von dem berüchtigten Goldstone-Bericht, für den er federführend verantwortlich war, deutlich distanziert. Der Bericht wurde im September 2009 vorgelegt und hatte damals ein großes Medieninteresse ausgelöst. Goldstone sollte im Auftrag der UNO untersuchen, ob sich die Kriegsparteien bei der Operation »Gegossenes Blei« im Jahr 2008 Verstöße gegen das Kriegsrecht zuschulden kommen lassen hatten. Der Goldstone-Bericht legte damals nahe, daß nicht nur die Hamas, sondern auch Israel gezielt Civilisten bekämpft habe und sprach von der Möglichkeit, daß Kriegsverbrechen begangen worden sein könnten. Die Untersuchungen, die seit Vorlage des Berichtes angestellt wurden, haben diesen Verdacht in Bezug auf Israel jedoch ausräumen können. Tatsächlich hat Israel außerordentliche Anstrengungen unternommen, um civile Opfer so weit wie irgend möglich zu vermeiden. Goldstone sagt heute: »Wenn ich damals gewußt hätte, was ich heute weiß, wäre der Goldstein-Bericht ein anderes Dokument geworden.«

Hirnschmelze: Zahlenspiele

24. März 2011

 

Es ist immer wieder eigenartig, zu sehen, wie irrational doch Lebensrisiken eingeschätzt werden. Mitunter ist es auch tragisch. An der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sind knapp 200 Menschen gestorben und sie hat den Rang eines internationalen Traumas erlangt. Im deutschen Straßenverkehr sind allein im letzten Jahr 3.657 Personen tödlich verunglückt. Eine grundsätzliche Diskussion, die der gegenwärtigen Nukleartechnikdiskussion vergleichbar wäre — also in der Art, ob das Risiko der automobilen Beweglichkeit für den Menschen überhaupt beherrschbar sei — gibt es freilich nicht. Stattdessen wird pragmatisch in kleinen Schritten das Risiko reduziert, indem man die Sicherheit von Fahrzeugen nach und nach verbessert. An das — durchaus erhebliche — Restrisiko haben wir uns gewöhnt, wir haben es akzeptiert.

Gerald Mackenthun schreibt zum Thema:

Zwei Meldungen von Donnerstag

19. März 2001

 

Khaled Abu Toameh schreibt in der »Jerusalem Post«:

»Mohammed Nabil Taha, ein elfjähriger palästinensischer Junge, starb diese Woche am Eingang zu einem libanesischen Krankenhaus, nachdem die Ärzte sich geweigert hatten, ihm zu helfen, weil seine Familie die medizinische Behandlung nicht bezahlen konnte.«

 

Am gleichen Tag meldet »Israel heute«:

»Die israelische Armee und Notärzte haben am Mittwoch einer palästinensischen Frau und ihrem Neugeborenen das Leben gerettet. In der Siedlung Itamar, wo vergangenes Wochenende eine Siedlerfamilie brutal ermordet wurde, brachten die israelischen Ärzte ein kleines palästinensisches Mädchen zur Welt — in jenem Ort, wo die Hinterbliebenen der Fogel-Familie gerade die sieben Tage der jüdischen Trauer verbringen.

Oh, the irony …

15. März 2011

 

Am Samstag kam der Soziologe Prof. Günter Amendt (nicht zu verwechseln mit dem Soziologen Prof. Gerhard Amendt, seinem Zwillingsbruder) in Hamburg-Eppendorf bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben. Amendt war eine Galionsfigur der Achtundsechziger. Der bekennende Homosexuelle verfaßte in den Siebziger Jahren zwei Sexbücher für Jugendliche, die unter anderem die Zielsetzung hatten, Homosexualität zu enttabuisieren. Eines der Bücher, die sich zu Hunderttausenden verkauften, wurde später von zwei Amtsgerichten als kinderpornographisch eingestuft, der Besitz ist heute strafbar.

Später wandte sich Amendt dem Thema Drogen zu und plädierte für die Entkriminalisierung des Drogengebrauchs. Bei dem Fahrer des Autos, das Amendt erfaßte und tödlich verletzte, wurde bei einem Drogentest der Cannabis-Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) festgestellt. Bei dem Unfall starben drei weitere Menschen, außerdem gab es Verletzte.

 

 

 

 

 

Königliche Verrücktheit

28. Februar 2011

 

»An einem festgesetzten Tage aber hielt Herodes, nachdem er königliche Kleider angelegt und sich auf den Thron gesetzt hatte, eine öffentliche Rede an sie. Das Volk aber rief ihm zu: Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen! Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn, darum daß er nicht Gott die Ehre gab; und von Würmern gefressen, verschied er.«   (Apg. 12, 21ff)

Wir wissen zwar nicht, welche Zeitspanne dieses »alsbald« im Falle des Herodes beschreibt; für Muammar al-Gaddafi scheint aber der Zeitpunkt des Gerichtes nun gekommen zu sein. Der hatte sich im Jahr 2008 von über zweihundert afrikanischen Stammesfürsten zum »König der Könige« ernennen lassen. Normalerweise geht das nicht gut aus:

Rückblick 1. Lesertreffen

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