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Lehre, nebenbei bemerkt, Der Geier erinnert, übersehene Bibelstellen, »schwierige« Bibelstellen

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2013er Lernverse

29. September 2013

 

Ich bin gerade dabei, den Lernverskalender für 2013 zu redigieren. Wem ein paar Verse einfallen, die dort Platz finden sollten, darf mir diese gern über das Kontaktformular mitteilen. Die Verse sollten eine Aussage haben, die auch dann klar und unmißverständlich ist, wenn der Vers außerhalb seines Kontextes gelesen wird. Verse wie 1. M. 40, 19 oder Hsk. 27, 18 sind an ihrer Stelle wichtig, aber für den Lernverskalender eher ungeeignet.

Natürlich kann ich nicht garantieren, daß sich alle eingesandten Verse im Kalender wiederfinden; immerhin ist dies der zehnte, so daß schon fast fünfhundert Verse für die Kalender der letzten Jahre verwendet wurden, und Wiederholungen versuche ich zu vermeiden.

Ich freue mich aber trotzdem über jede Einsendung.

 

 

 


 

 

 

 

Der Semmelweis-Reflex

13. September 2012

 

Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien: In der geburtshilflichen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses sterben mehr als 17 Prozent der Gebärenden am Kindbettfieber. In anderen Kliniken kommen sogar Sterberaten bis zu 30 Prozent vor. Besonders auffällig ist, daß die Sterblichkeit dort, wo Ärzte und Medizinstudenten arbeiten, um ein vielfaches höher ist als dort, wo die Hebammenschülerinnen ausgebildet werden. Als schließlich sein Freund, der Pathologe Kolletschka, nach einer kleinen Verletzung bei einer Leichensektion an den gleichen Symptomen stirbt wie die Mütter, zählt der junge Arzt Ignaz Philipp Semmelweis eins und eins zusammen. Er kommt zu dem Schluß, daß die Mütter an Infektionen sterben, die von den Ärzten übertragen werden, die damals zwischen Pathologie und Kreißsaal wechselweise mit bloßen Händen Tote sezierten und Wöchnerinnen untersuchten. Dort, wo Semmelweis schließlich die Desinfektion der Hände mit Chlorkalk durchsetzen kann, gelingt es ihm, die Mortalitätsrate von 17 auf 1,3 Prozent zu drücken.

Ein Dienst an der ganzen Gesellschaft: Warum Heimschule gut für Deutschland ist.

12. September 2012


Der folgende Artikel enthält einiges Material aus dem Leserseminar. Ich habe diesen Text gerade für die »factum« aufbereitet, deren nächste Ausgabe ein Schwerpunktthema »Heimschule« beinhalten wird, zu dem auch dieser Artikel (wahrscheinlich unter dem Titel »Die Entmachtung der Familie«) gehören soll. Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, diese wichtige Thema zumindest in Kurzform den factum-Lesern vorstellen zu dürfen. Regelmäßige Leser der »Geiernotizen« werden wohl den einen oder anderen Textbaustein wiedererkennen, trotzdem schadet es sicher nicht, daß der Text hier noch einmal in dieser Form zu lesen ist. Die nächste »factum« ist ab 4. Oktober erhältlich.

 

 

Ich bin kein Heimschulaktivist. All meine Kinder haben öffentliche Schulen besucht. Heimunterricht war für mich immer ein sehr entferntes Randphänomen, keine Möglichkeit, die ich damals ernstlich erwogen hätte. Mit den Jahren habe ich einige Heimschulfamilien kennengelernt, bin ihrem Anliegen mit einigem Wohlwollen begegnet, aber immer noch habe ich der Sache keine größere Aufmerksamkeit entgegengebracht. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich verstanden habe, welch wichtiges Korrektiv die Heimschulfamilien für unsere Gesellschaft sind.

kurzes Lebenszeichen

5. September 2012

 

Nein, ich habe mich nicht in den Winterschlaf verabschiedet, bin aber noch mit der Aufbereitung der Daten vom Seminartag beschäftigt, die in Kürze hier erscheinen sollen.

 

Aufgrund eines Versandproblems ist übrigens noch eines der δεσπότης-T-Shirts zu haben, und zwar in Größe XL. [jetzt nicht mehr]

 

 


 

 

 

Atheismus

21. August 2012

 

Die folgende Definition von Atheismus kursiert im Netz, leider ohne Quellenangabe:

 

Atheism

The belief that there was nothing
and nothing happened to nothing
and then nothing magically exploded for no reason,
creating everything
and then a bunch of everything magically rearrangend itself
for no reason what so ever
into self-replicating bits
wich then turned into dinosaurs.

Makes perfect sense.

 

 

 

Deutsch etwa:

Die Beseitigung der Fundamente · Teil 3

15. August 2012

 

Wenn die Fundamente zerstört werden, was kann dann der Gerechte noch bewirken?

Ps. 11, 3

 

Die Zerstörung der Fundamente: Patriarchat

In Tunis haben dieser Tage Tausende, hauptsächlich Frauen, demonstriert. Grund ist ein Satz im Entwurf für die neue tunesische Verfassung, der besagt, daß Männer und Frauen einander ergänzen. Nun bin ich sicher ganz und gar unverdächtig, mich für die Ablösung arabischer Kleptokratien durch Sharia-basierte Regime zu begeistern, und ich bin auch einigermaßen irritiert ob der Unterstützung des Westens für solche Transformationen, die wir hier unter dem Euphemismus »Arabischer Frühling« präsentiert bekommen. Aber den Satz von der gegenseitigen Ergänzung der Geschlechter muß ich ehrlicherweise honorieren. Der Verfassungsentwurf wird von der derzeit regierenden Ennahda-Partei verantwortet, die von der einen Seite von radikalen Moslems, von der anderen von Liberalisten bedrängt wird. Die bisherige Verfassung von 1956 (nach anderen Quellen ein Gesetz aus dieser Zeit) postuliert Gleichberechtigung der Geschlechter. In der »Zeit« wird nun die Katze aus dem Sack gelassen und beanstandet: »Die [neue] Formulierung untergrabe die Gleichheit [sic!] der Geschlechter.« Aha! Es geht also gar nicht um gleiche Rechte, sondern um Gleichheit. Und da die Geschlechter nun einmal von Natur aus ungleich sind, geht es, dies lehrt die Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte seit der blutigen Proklamation des unseligen Grundsatzes »Egalité«, um Gleichmacherei, um Gleichschaltung, und, sofern es um die Geschlechter geht, um Androgynisierung.

Die Nachrichtenagentur Reuters zeigt derweil eine Demonstrantin, die erklärt: »Unser Ziel ist es, zu zeigen, daß tunesische Frauen keine Ergänzung zu den Männern sind. Sie sind unabhängig und gleichberechtigt mit den Männern. Wir werden uns niemals damit abfinden, daß wir nur eine Ergänzung zu den Männern sein sollen.« — Was heißt da »nur«? Ist dies nicht eine höchst ehrenwerte Berufung, tausendmal besser als eine sich selbst verwirklichende Lohnsklavin in irgendeinem Gewerbebetrieb zu sein?

Ich kann mir keine schönere, keine richtigere, keine der menschlichen Natur besser zugemessene Formulierung in einer Verfassung vorstellen als die vorgeschlagene, die besagt, daß Männer und Frauen einander ergänzen.

Despoten wie Du und ich — und wie Jesus

Despot bei der Arbeit5. August 2012

 

Wenn wir heute das Wort »Despot« benutzen, verwenden wir es synonym mit »Tyrann«, »Gewaltherrscher«, »Unterdrücker« — und genau das sind auch die Bedeutungen, die unsere Wörterbücher uns nahelegen. Im Vergleich zum biblischen Gebrauch des Wortes hat hier jedoch eine dramatische Bedeutungsverschiebung stattgefunden. Das Wort δεσπότης (Despotes) kommt nämlich im Neuen Testament durchaus einige Male vor. Die Dabhar-Übersetzung setzt mit dem etwas sperrigen »Tränkmächtiger« einen anderen Schwerpunkt: Hier wird der δεσπότης als Versorger dargestellt, als einer, der Vollmacht und Verpflichtung hat, denen, die ihm anvertraut sind, das Lebensnotwendige zuzuweisen. Legt der biblische Gebrauch des Wortes diese Deutung nahe? Durchaus: Von den zehn Vorkommen von δεσπότης im Text haben sämtliche einen positiven Sinn; in etwa zwei Dritteln der Fälle wird Gott selbst als δεσπότης bezeichnet:

… zurück nach Ägypten?

28. Juli 2012

 

Wenn wir uns die Etymologie des Begriffes »Religion« ansehen, dann finden wir die lateinischen Wortbestandteile der Begriffe »zurück« und »binden«. Man kann Re-Ligion also als die Rückkehr in eine Bindung, in eine Gebundenheit, als ein erneutes Gefesseltwerden beschreiben. Dabei soll es hier nicht um eine verbindliche etymologische Deutung gehen, sondern vielmehr darum, die Wortbestandteile als Denkanregung zu benutzen. Wo also finden wir eine solche Rückkehr in der Bibel? Nun, wir finden zumindest den deutlich artikulierten Wunsch nach einem Rückweg in die Gebundenheit: In 2. M. 16, 2f lesen wir, daß die Kinder Israel gegen Aaron und Moshe murrten, weil sie im Rückblick meinten, sie wären doch besser in der Knechtschaft Mizrajims (Ägyptens) geblieben, wo sie wenigsten Brot und Fleisch zur Genüge hatten. Die Freiheit, in die Jahweh sie geführt hatte und die gerade durch eine Wüstenstrecke führte, schien ihnen nicht sonderlich attraktiv im Vergleich zu den Bindungen Mizrajims, die zumindest eine gewisse soziale Beständigkeit mit sich gebracht hatten.

Unterm Messer: Paulos tranchiert

3. Juli 2012

 

Zu den am häufigsten mißbrauchten, gefledderten, zweckentfremdeten und mißhandelten Bibelversen gehört zweifellos Philipper 4, 7. Wir lesen hier in den Versen 6 und 7:

»Nicht eines sorget, sondern in allem, in dem Gebet und dem Flehen, mit Dank sollen eure Bitten bekannt gemacht sein zu dem Gott, dann wird der Friede des Gottes, der überhabene allem Denken, eure Herzen und eure Gedanken bewachen in dem Christos Jesus.«

Paulos trifft damit eine ganz klare Lehraussage: Wenn wir nicht sorgen, ist unser Denken mit dem Denken des Christos in Übereinstimmung und dadurch in ihm bewahrt und geschützt. Sorgen wir uns hingegen, verlassen wir diesen Schutzbereich und werden in unserem Denken keinen Frieden finden. Paulos baut damit direkt auf die Lehre auf, die Jesus gegeben hat:

Er sagte aber zu seinen Lernenden: Deshalb sage ich euch: Sorget nicht aufgrund der Seele, was ihr essen solltet, aber auch nicht aufgrund des Leibes, in was ihr schlüpfen solltet. (Lk. 12, 22)

Aber wer aus euch vermag, indem er sorgt, seinem Wachstum eine Elle hinzuzusetzen? Wenn daher aber auch nicht irgend Geringstes ihr vermöget, was sorget ihr die Übrigen betreffend? (Lk. 12, 25f)

Ja klar doch, Herr Matthies!

22. Juni 2012

 

Im Zusammenhang mit der Öffnung sächsischer Pfarrhäuser für Homosexuelle wurde auch der in der sächsischen Landeskirche beschäftigte Evangelist Lutz Scheufler suspendiert. Er gehört zu einem Kreis von Kirchenmitgliedern, der aufgrund dieser Entwicklungen »die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anerkennt« Dem liegt der Grundirrtum zugrunde, daß so eine Kirche nicht eine weltliche, sondern eine geistliche Struktur wäre, weshalb sie eine geistliche Leitung haben könne. Jedenfalls fanden die Kirchenverwalter das gar nicht lustig und haben Scheufler untersagt, sich fürderhin »als Landesjugendwart zu äußern und im Auftrag der Landeskirche zu predigen«. In diesem Zusammenhang fragt der Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur idea, Helmut Matthies:

Wie kann es sein, dass Pfarrerinnen und Pfarrer im Amt bleiben, die wesentliche Bestandteile des Glaubensbekenntnisses — wie die Jungfrauengeburt — leugnen, gleichzeitig aber der suspendiert wird (und deshalb nicht mehr in kirchlichem Auftrag predigen darf), der die kirchenleitenden Gremien als geistliche Instanz nicht mehr akzeptieren kann? Ist also die Loyalität zum Herrn der Kirche — Christus — weniger wichtig als die Loyalität zu kirchlichen Gremien?

 

Rückblick 1. Lesertreffen

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