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Lehre, nebenbei bemerkt, Der Geier erinnert, übersehene Bibelstellen, »schwierige« Bibelstellen

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Am Felsen zerschmettert …

27. Dezember 2011

 

Schwierige Bibelstellen VIII: Ps. 137, 8f

 

Tochter Babel, du Verwüstete! Glückselig, der dir dasselbe vergilt, was du uns getan hast!
Glückselig, der deine Kindlein ergreift und zerschmettert am Felsen!

Ps. 137, 8f

Es gibt wenige Verse der Schrift, die so viel Befremden auslösen wie diese. Wahrscheinlich gibt es mehr theologische Anstrengungen, diesen Versen auszuweichen, sie zu umgehen, als sie wirklich zu verstehen. Das geht hin bis zu solch abstrusen Behauptungen wie der, daß Gott sich geändert habe, daß der Gott des Alten Bundes ein irgendwie anderer sei als der des Neuen. Nun, Gott ändert sich nicht, und er ist immer noch ganz und gar derselbe. Aber dieser Vers in seiner Militanz scheint einfach überhaupt nicht in unsere Zeit zu passen. Von Quran-Apologeten wird er instrumentalisiert, um zu sagen: »Seht Ihr! In der Bibel steht ja auch …!« Und Christen wird er zum Stolperstein, weil sie sich fragen: »Ist das wirklich mein Gott, der so redet?« Dabei reicht ein halber Vers aus dem ersten Korintherbrief, um Licht auf diese Sache zu werfen und sie urplötzlich zum Strahlen zu bringen:

»Der Fels aber ist der Christos.«

1. Kor. 10, 4b 

Die Versammlung verlassen?

7. Dezember 2011

 

Schwierige Bibelstellen VII: Hebr. 10, 25

 

Wer in seiner geistlichen Biographie schon einmal eine Denomination[G] hinter sich zu lassen hatte, wird in diesem Zusammenhang mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Vertretern derselben mit dem Standardvorwurf konfrontiert worden sein: »Du sollst die Versammlung nicht verlassen!«. Dabei wird ungeniert der Begriff »Versammlung« auf die jeweilige Denomination bezogen, ganz so, als wäre diese die einzig legitime Darstellung des Leibes des Christos. Dieser Vorwurf kann, weil er scheinbar biblisch legitimiert daherkommt, große Gewissensnot verursachen, ja, er entfaltet außerdem eine sehr effektive vorbeugende Wirkung: Bis heute hält er ungezählte Christen in Denominationen fest, die eigentlich wissen oder ahnen, daß sie sich dort auf einem geistlichen Abstellgleis befinden, wo sie zwar betreut werden wie die Insassen eines Pflegeheims, aber niemals in ihre Berufung hineinfinden werden. Die Angst, durch das »Verlassen der Versammlung« schuldig zu werden, hindert sie an einem Ausstieg aus Strukturen, die sie  — z. B. gemäß 2. Tim. 3, 5 oder 2. Kor. 6, 17, mitunter aber auch aus anderen Gründen — eigentlich hinter sich lassen sollten.

Die Verunsicherung, die sich daraus ergibt, spiegelt sich beispielhaft in einer Leserfrage, die ich gestern im Postfach hatte:

Geschenke …

1. Dezember 2011

 

Ich hab’ was gegen Weihnachten? Ja — Geschenke: Aufgrund des regen Interesses an meinem Weihnachtsartikel von letzter Woche gibt es jetzt Geschenke mit Bezug auf Weihnachten, die aber nun gerade keine Weihnachtsgeschenke sind.

Erstens habe ich eine .pdf-Version des Artikels erstellt, die jetzt als 16seitige Broschur hier heruntergeladen werden kann.

Zweitens kann die Broschur als gedrucktes Heft über das Kontaktformular angefordert werden. Bitte Versandanschrift angeben und die gewünschte Stückzahl.

»… das Blöken von Kleinvieh in meinen Ohren« oder: »Rühret Gebanntes nicht an!«

23. November 2011

 

»Bald nun ist Weihnachtszeit …« Zwar ist Weihnachten ja nun bei weitem nicht das einzige heidnische Fest, das von der babylonischen Kirche »umgechristelt« wurde, aber ganz bestimmt das populärste. Unstrittig dürfte sein, daß die Brüder in den ersten Jahrhunderten nicht auf den Gedanken gekommen wären, ein Fest wie Weihnachten zu feiern; unstrittig fernerhin, daß etwa im dritten bis vierten Jahrhundert den Wintersonnenwendfeiern des Mithras und den Saturnalien nachträglich eine »christliche« Bedeutung untergeschoben wurde und — zusammen mit weiteren Umdeutungen und Vermischungen — jene konstantinische Mischreligion aus Heidentum und christlichen Versatzstücken gebastelt wurde, die heute von den meisten Nicht- und Nominalchristen als »Christentum« wahrgenommen wird.

Eines der Hauptmotive Konstantins für die Integration heidnischer Kulte in seine Privatversion des »Christentums« war sein Antisemitismus. Eusebius citiert ihn in »De vita Constantini« (hier in Bezug auf das Osterfest) mit den Worten:

Denn es erschien jedem eine äußerst unwürdige Tatsache, daß wir in diesem äußerst heiligen Fest den Gewohnheiten der Juden folgen sollten, welche — verdorbene Schufte! — ihre Hände befleckt haben mit einem ruchlosen Verbrechen. Es ist nur gerecht, daß sie in ihrem Sinn erblindet sind. Es ist daher passend, wenn wir die Praktiken dieses Volkes zurückweisen und in alle Zukunft das Begehen dieses Festes auf eine legitimere Art feiern. Laßt uns also nichts gemeinsam haben mit dem äußerst feindlichen Pöbel der Juden. 

Konstantin hat also diese Art »Christentum« ganz bewußt von der Wurzel Israel abgeschnitten (und damit natürlich auch von Christos), weil er sich von den Juden abgrenzen wollte, und hat mit dem Katholizismus eine eigene Religion geschmiedet — in etwa so wie die Baháʼí, die sich ja auch aus allen möglichen Religionen Elemente herausgeschnitten haben, und die trotzdem niemand als Christen bezeichnen würde, nur weil sich auch das eine oder andere dem Christentum entlehnte Element bei ihnen findet.

 

Schöner sterben: Käßmann sucht den Supersarg

9. November 2011

 

Die femme fatale des deutschen Luthertums ist doch immer wieder für eine Notiz gut. Diesmal wenigstens verhält sie sich ganz und gar schriftkonform, nämlich gemäß dem Wort aus Mt. 8, 22: »Laß die (geistlich) toten ihre Toten begraben«. Und so hat sich Frau Käßmann um den deutschen Totenkult verdient gemacht, indem sie als Jurymitglied für ein Bestattungsunternehmen die schönsten Särge, die schönsten Urnen, die schönsten Grabsteine und die schönsten Friedhöfe Deutschlands ausgesucht hat.

Ihr Maßstab: Individualität über den Tod hinaus, insceniert zum Beispiel mit dem Siegersarg, dem C 101 der Freiburger Manufaktur Cascada, einem Gerät, schwarz und schön wie ein Konzertflügel, mit gegossenen und vernickelten Beschlägen und 210 funkelnden Swarovski-Kristallen verziert. Den 211. gibt es extra dazu: Zur Erinnerung daran, daß man etwa vier- bis sechstausend Euro dafür erlegt hat, ein paar hundert von diesen Kristallen in die Erde versenken zu dürfen.

 

 

 

 

Photo: © cascada design | manufactur

Abbildung mit freundlicher Genehmigung

Aus aktuellem Anlaß …

22. Oktober 2011

 

Aus aktuellem Anlaß weise ich noch einmal auf die Geiernotiz vom 28. Februar hin. Das geschieht ganz ohne Häme, hilft aber vielleicht, einen Teilaspekt des geistlichen Hintergrundes der libyschen Geschehnisse verständlich zu machen.

 

 

Nachtrag: Informationen zu Gaddafis glühendem Antisemitismus finden sich bei »Spirt of Entebbe«  bzw. in der Wikipedia. Gaddafi hatte für ein »judenreines« Libyen gesorgt und hat immer wieder viel Geld und Aufwand investiert, um seinem Ziel der völligen Vernichtung Israels näherzukommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal andersherum betrachtet …


11. Oktober 2011

 

Und das Wort wurde Fleisch und hatte Zelt inmitten von uns, und wir erschauten seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit als des Alleiniggewordenen seitens des Vaters, voller Gnade und Wahrheit.

(Joh. 1, 14)

 

Gegen den Codex Sinaiticus, der die älteste vollständige Handschrift des Neuen Testaments enthält, wird von Kritikern häufig vorgebracht, daß Konstantin Tischendorf ihn im Sinai-Kloster in einem Abfallkorb gefunden hat. Die Mönche, so ist zu hören, werden schon gewußt haben, warum sie ihn verworfen hätten.

Man kann diese Anekdote aber auch genau andersherum bewerten: So wie die Religiösen den Christos verworfen (1. P. 2, 4) und an des Fluchholz gebracht haben, so haben sie auch sein Wort dem Abfall überantwortet, statt es zu hüten. Amos verurteilt, daß Jehudah Jahwehs Zielgebung verworfen und seine Gesetze nicht gehütet hat (Am. 2, 4). Bei den in Götzendienst verstrickten Mönche kann dies kaum anders gewesen sein. Die Parallele zwischen dem verworfenen Christos am Pfahl[G] und dem verworfenen Wort im Abfallkorb ist desto schlüssiger, da Johannes uns Jesus als das personifizierte Wort Gottes vorstellt.  

 

 

Shanah tovah 5772

29. September 2011

 

Ich grüße alle Leser zu Neujahr 5772 mit Markus 13.

 

 

שנה טובה

 

 

 

  

 

 

Wenn die Hütte brennt: Rauchzeichen deuten

9. September 2011

 

Warum Axel Hüls jetzt doch gefangen wurde? Warum seine Frau nun doch Erfolg damit hatte, seine Kinder nach Deutschland entführen zu lassen? Warum trotzdem kein Feuer vom Himmel fällt? Ja, woher soll ein Durchschnittsgeier das wissen? Ist das eine Niederlage? Gegenfrage: Ist es eine Niederlage, am Fluchholz[G] zu hängen? Ich hatte schon im Juni geschrieben:

»Erfolg ist kein Zeichen von Segen, Mißerfolg kein Zeichen von Unsegen.«

Letztens habe ich eine Geschichte gelesen — ich weiß nicht, ob es eine authentische Geschichte oder eine fiktive war — über einen Schiffbrüchigen, der sich mit Mühe auf seiner Insel eine notdürftige Hütte gebaut hatte. Als er von einem Streifzug zur Nahrungssuche zurückkam, stand die Hütte — und damit all sein dürftiger Besitz — in Flammen; die Sonne mußte sie entzündet haben. Als er dies sah, erging er sich in düsteren Vorwürfen Gott gegenüber. Wenig später wurde er gefunden und von einem Schiff aufgenommen. Als er die Leute der Besatzung fragte, wie sie ihn denn ausfindig gemacht hätten, sagten sie: »Wir haben die Rauchzeichen gesehen.«

Kann man etwas aus der Sache Hüls lernen?

Weißmeerkanal

4. September 2011

 


Abb. links:

»Kanalsoldat!

Von Deiner harten Arbeit wird Deine Gefängniszeit hinwegschmelzen!«

(im NKWD-Lager entstandenes Propagandaplakat)

 

 

 

Die »Pariser Tageszeitung« vom 31. Januar 1939, ein deutschsprachiges Exilantenblatt, vermeldete:

Rückblick 1. Lesertreffen

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