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Lehre, nebenbei bemerkt, Der Geier erinnert, übersehene Bibelstellen, »schwierige« Bibelstellen

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Morbus Parkinson

23. Februar 2011

 

Schwierige Bibelstellen VI: Eph. 4, 10

 

Der Hinabgestiegene, er, er ist auch der Hinaufgestiegene oben über all die Himmel, auf daß er die alle vervollständige.

Eph. 4, 10

Um den Sinn dieses Verses zu verstehen, ist eine gute Übersetzung von einiger Wichtigkeit. Wenn hier am Ende des Verses übersetzt wird »… auf daß er alles erfülle« ist das zwar nicht ganz falsch, aber es geht doch etwas entscheidendes verloren. Denn das Wort πληρόω beschreibt, daß etwas unvollständiges zur Vollständigkeit gebracht wird, so etwa, als wenn ein halbvolles Glas zur Gänze gefüllt oder einem Puzzle das fehlende Teil hinzugefügt wird. Bewegen wir uns aber lieber innerhalb biblischer Bilder: Es geht hier darum, wie der Christos als Haupt über die Seinen gesetzt wird, die dadurch von unvollständigen Wesen zu vollständigen, ganzen, wiederhergestellten — eben vervollständigten werden. Umgekehrt wird auch der Christos selbst durch das Hinzufügen von Gliedern schrittweise vervollständigt.

Pop-Theologie

17. Februar 2011

 

Gerade habe ich auf dem Blog von Ron Kubsch einen Artikel entdeckt, in dem er den Liedtext eines Frl. Germanotta kommentiert (die unter einem Künstlernamen agiert, der so infantil ist, daß ich ihn hier gar nicht wiedergeben mag). Die Dame ließ sich letztens in einem Ei auf die Bühne tragen, aus dem sie hernach schlüpfte, wiewohl es fraglich ist, daß ihre Zielgruppe die mythologische Anspielung auf Aphrodite und Semiramis überhaupt wahrgenommen hat. Sei’s drum. Jedenfalls sang sie dann ihr Stück »Born this Way« (»So geboren«), dessen Tenor man auf die Zeile eindampfen könnte: »Gott ist an allem schuld!«: Was ein Mensch tut und darstellt, könne ja schon deshalb nicht falsch sei, weil Gott ihn schließlich so geschaffen habe.

Soziale Schildkröte

7. Januar 2010

 

Für alle, die es stört, daß ich nach Geierart hier so häufig mit dem Aas der Gesellschaft hantiere, heute einmal etwas rundum Positives, Schönes, Erfreuliches. Ich hatte bisher gar nicht gewußt, daß Schildkröten sich gegenseitig helfen, wenn sie in eine mißliche Lage geraten sind. Das tun sie aber ganz offensichtlich:

 

 

Das erinnert mich an Gal. 6, 1f:

Brüder, so auch ein Mensch vorweggenommen wurde in einem Danebenfall, so passet ihr, als die Begeisteten, den solchen im Geist der Sanftmütigkeit gemäß an, achtend auf dich selber, daß nicht auch du, ja du, versucht werdest. Ihr werdet voneinander die Schwernisse fassen, und also machet randvoll das Gesetz des Christos.

 

Oder nach Elberfelder:

Brüder! Wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt würde, so bringet ihr, die Geistlichen, einen solchen wieder zurecht im Geiste der Sanftmut, indem du auf dich selbst siehst, daß nicht auch du versucht werdest. Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus.

 

 

 

 Nachtrag 17. 12. 14: Noch so ein Film:

 

Citat des Tages XXIX: »You got two of ’em?«

23. Dezember 2010

 

 

Knapp und treffend! In wenigen Sätzen beschreibt Washer hier einen sehr großen Teil des heutigen Gemeindeelends. Denn diese Selbstverliebten verstopfen mit ihrer Anwesenheit die Gemeinden, behaupten, sie wären Christen — und hängen doch nur einem Pseudo-Evangelium an, ja, sie sind längst selbst dabei, dieses Pseudo-Evangelium der Selbstliebe aggressiv zu verkündigen und zu vermarkten. Und weil dieses Billigevangelium dem, der es annimmt, keinen Preis abverlangt — er muß ja nicht mehr mit Christos sterben (2. Kor. 5, 14) — sind sie auch ungeheuer erfolgreich. Denn der heutige Konsument ist daran gewöhnt, bei zwei Produkten, die ähnlich aussehen, nach dem billigsten zu greifen.
Wer zu den beiden Punkten, die Washer hier so wunderbar kompakt anspricht, etwas ausführlichere Argumente sucht, kann sich gern (noch einmal) die Geiernotizen über Selbstliebe und den Selbstbetrug mit einem falschen Evangelium vornehmen.

 

Verlorene Söhne, verlorene Töchter

24. November 2010

 

Nahezu jeder kennt es: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk. 15, 11ff) gehört zu den populärsten Textteilen der Bibel, selbst den meisten Nichtchristen zumindest vom Hörensagen her bekannt. Zurecht steht bei der Deutung dieses Gleichnisses die Aussage im Vordergrund, daß Jahweh auf die Rückkehr eines jeden Menschen ebenso wartet, wie ein Vater auf die Rückkehr eines Sohnes, der ihn verlassen hat. Nun hat ein jedes Gleichnis aber mehrere Deutungsebenen und ich möchte mich dem Text heute von einer anderen Richtung her nähern.

Die Redefigur des Gleichnisses benutzt einen konkreten Sachverhalt aus der Lebenswirklichkeit der Zuhörer, um einen anderen Sachverhalt begreiflich zu machen, der dem Verständnis des Hörers sonst zu abgelegen wäre: Jesus erklärt das Unsichtbare, indem er es mit dem Sichtbaren vergleicht. Voraussetzung für das »funktionieren« dieses Prinzips ist es aber, daß der Zuhörer auch mit den Bezugspunkten des Vergleichs vertraut ist: Gleichnisse von Schafen, verlorenen Münzen, Bauvorhaben oder untreuen Verwaltern kann eben nur deuten, wer Schafe, Münzen, Korruption usw. auch tatsächlich kennt.

Ursus ad portas

4. November 2010

 

Mit Susanne Baer haben SPD und Grüne eine Radikalfeministin und Genderfunktionärin als Verfassungsrichterin nominiert.

Das Bundesverfassungsgericht hat in den letzten Jahren zunehmend Gewicht erlangt, einerseits, weil Gesetze handwerklich oft so beschaffen sind, daß das Gericht nachträglich über ihre Rechtmäßigkeit befinden muß, andererseits, weil sich mit EU und Bundesrepublik zwei konkurrierende Rechtsräume überlagern, die nicht eindeutig voneinander abgegrenzt sind. So hat das Bundesverfassungsgericht viele Entscheidungen zu treffen, die unsere unmittelbare Lebenswirklichkeit sehr stark betreffen. Die Richter werden aber nicht direkt gewählt, sondern Nominierungen zur Besetzung freiwerdender Stellen werden unter den Parteien nach Proporz ausgehandelt und vom Wahlausschuß des Bundestages bestätigt. Heute in einer Woche tritt der Ausschuß zusammen. Ein Veto der Unionsparteien zur Verhinderung von Frau Baer ist zwar möglich, gilt bisher aber als unwahrscheinlich.

 

 

 

 

 

 

Jericho über 4000 Jahre vor Erschaffung der Welt gegründet?

12. Oktober 2010

 

Jericho: sieht ganz schön alt aus — aber wirklich so alt?

 

 

Wie »Israel heute« vermeldet, feiert Jericho seinen 10.000. Geburtstag. Die (derzeit philistinensische) Stadtverwaltung versucht, Jericho als »älteste Stadt der Welt« zu einem Touristenort zu entwickeln. Da wir nach jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5771 nach Erschaffung der Welt schreiben, wäre Jericho mit zehntausend Jahren über 4.200 Jahre älter als die gegenwärtige Erde.

Die Archäologen, die das Alter angesetzt haben, gestehen immerhin zu, daß die Zahl Zehntausend absolut zufällig sei und sie mit ihrer Einschätzung »mit hunderten von Jahren danebenliegen könnten«. Aber runde Zahlen generieren nun einmal Schlagzeilen, Schlagzeilen generieren Touristen, Touristen generieren Geld …

 

Photo: gemeinfrei

 

 

 

 

Citat des Tages XXVI

9. Oktober 2010

 

Mit Bezug auf meinen Artikel vom 30. September »Durch die Tür oder über den Zaun?« Hat mir ein Leser den Link zu einem Artikel geschickt, dem das folgende Citat entnommen ist: 

In another era, a man could come to faith as the Philippian jailor did and rejoice as his family came with him. In our day, if a man were to say, »As for me and my house, we will serve the Lord …*« his wife might stare at him as though he were insane, while a surly teenager would mutter under his breath in the background. This state of things requires repentance.

Douglas Wilson

(In einem anderen Zeitalter konnte ein Mann zum Glauben kommen wie der Kerkermeister in Philippi und sich darüber freuen, daß seine ganze Familie ihn begleitete. Heutzutage, wenn ein Mann sagte: »Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen…*«, würde sein Weib ihn ansehen, als wäre er geisteskrank, während ein unleidlicher Teenager im Hintergrund irgendetwas brummeln würde. Dieser Stand der Dinge macht Umkehr nötig.)

 

 

* Jos. 24, 15

 

 

 

 

 

 

Sechsundneunzig Jahre

4. Oktober 2010

 

Was war da noch gestern? Zwanzig Jahre Wiedervereinigung? Bundespräsidentenrede? Ja, das war auch. Aber am Kalender stand ein noch wichtigeres Datum: Sechsundneunzig Jahre nach seinem Ausbruch ist für Deutschland — von den meisten Deutschen unbemerkt — nun endlich auch der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Am 3. Oktober 2010 wurde die letzte Rate der Reparationszahlungen für den Ersten(!) Weltkrieg fällig, etwa 70 Millionen Euro. Genaugenommen sind das letzte Zinszahlungen für Kredite, die aufgenommen wurden, um Reparationszahlungen leisten zu können. Im Versailler Vertrag von 1920 waren die deutschen Reparationen auf die astronomische Summe von 269 Milliarden Goldmark festgelegt worden. Das wären 117.900 Tonnen Gold, die heute 3.644 Milliarden Euro kosten würden. Man geht übrigens davon aus, daß in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute nur etwa 130.000 Tonnen Gold gefördert wurden.

Die Reparationen — auch wenn der ursprünglich geforderte Umfang später reduziert wurde — führten letztlich mittelbar zum Zusammenbruch der Weimarer Republik mit den bekannten Folgen für die Weltgeschichte. Die Frage nach der Schuld am Ersten Weltkrieg ist derweil unter Historikern bis heute umstritten.

 

 

 

 

Ach übrigens, weil wir gerade bei großen Zahlen sind:

Schuldenuhr

Durch die Tür oder über den Zaun?

 

30. September 2010

 

 

 

 

Bei »Unwise sheep« habe ich wieder einen interessanten Vortrag von Paul Washer mit wertvollen Denkanregungen gefunden. Vieles, was er sagt, sollte selbstverständlich sein und doch wird es vielen erscheinen, als käme er mit seinen Ansichten aus einer fernen Galaxis. Ein Beispiel:

Was denkst du, würde ich tun, wenn ich eines Tages aus meinem Haus gehen würde, mit dem Ziel, in mein Auto zu steigen und zur Arbeit zu fahren. Aber mein Auto ist weg. Es ist einfach nicht da. Und ich suche den ganzen Tag danach, ich mache mir Sorgen — es ist mein Auto! Ich habe schließlich dafür bezahlt. Und dann, gegen vier Uhr nachmittags, kommst du in meinem  Auto angefahren. Und du springst aus dem Auto, wirfst mir die Schlüssel zu und du sagst: »Hey, danke Mr. Washer! Ich hatte viel Spaß«.  Wir würden zusammen ein ernstes Gespräch führen. Ich würde gerechterweise sehr ärgerlich sein. Nun, ich würde mich beherrschen.  Aber du hast mich verletzt. Du hast etwas Schreckliches getan. Rücksichtslos. Würdest du das einem Auto von einem Mann antun? Nein? Aber du würdest es seiner Tochter antun, nicht wahr? Du würdest eine Beziehung mit seiner Tochter eingehen, ohne es ihn überhaupt wissen zu lassen.

Rückblick 1. Lesertreffen

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