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Kein Aprilscherz, leider …


By Geier - Posted on 01 April 2009

2. April 2009 

… aber eine Gute-Nacht-Geschichte.

 

Erstmals seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen 1928 ist die Arbeitslosigkeit in einem März im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Normalerweise belebt sich der Arbeitsmarkt ja im Frühjahr. Daß dies nun erstmals nicht so ist, ist eines der (nicht mehr ganz so kleinen) Signale, daß es die Krise ernstzumeinen scheint. Gleichzeitig lag der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau im Februar 49% unter dem des Vorjahres.

Eine glatte Halbierung der Aufträge stecken normalerweise auch gesunde Betriebe nicht weg. Trauert Deutschland nun seiner Vergangenheit als wichtige Industrienation nach? Wenigstens einer strahlt: Bundesumweltminister Gabriel kann vermelden, daß infolge der Krise die CO2-Emissionen drastisch zurückgegangen sind. Klar: Wo nichts produziert wird, wird auch nichts emittiert. In der Steinzeit waren die CO2-Emissionen sowieso geringer als heute, die Marschrichtung ist also klar. Und wenn die Deutschen endlich mal das Ausatmen einstellen würden, könnten die CO2-Emissionen noch weiter zurückgehen.
Da aber die Deutschen, renitent, wie sie nun einmal sind, vorderhand weder im Dunkeln sitzen noch erfrieren wollen, gibt es tatsächlich immer noch Kraftwerke in Deutschland. Und da die Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden, die Windmühlen und Solarzellen Mühe haben, den Strom zu produzieren, der allein für ihre Herstellung nötig war, die Gaskraftwerke nur laufen, wenn Onkelchen Putinedjew das will und Öl teurer ist als Milch, sind das immer noch Kohlekraftwerke. Und die produzieren besonders viel von dem bösen, bösen CO2.
Deswegen hat das Kabinett
ein Gesetz beschlossen, CO2 in unterirdische Cavernen einzulagern. Mal abgesehen davon, daß dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko ist, da ein Cavernenbruch zu einer Katastrophe mit tausenden Toten führen kann, wie man 1986 am Nyos-See
gesehen hat als ein natürliches CO2-Vorkommen plötzlich freigesetzt wurde, ist dies natürlich mit einer weiteren Verteuerung von Energie in Deutschland verbunden, was zu weiterer Deindustrialisierung führt, worüber sich der Umweltminister noch mehr freuen kann, weil dann ja noch weniger CO2 emittiert wird.
Künftige Generationen haben so aber immerhin eine Geschichte, die sie ihren Kindern vor dem Einschlafen vorlesen können: Die Schildbürger haben (ökologisch übrigens vorbildlich) Sonnenlicht in Säcken ins Rathaus getragen, um dieses zu beleuchten, und dann gab es da noch ein paar andere Irre in dem ehemaligen Industrieland Deutschland, nur ein paar hundert Jahre später, die haben CO2 in Cavernen geleitet, um das Klima zu retten. Und die Kinder werden lachen und sagen: »Nein, was für absurde Geschichten sich manche doch ausdenken, nur damit Kinder ins Bett gehen, die eigentlich noch viel länger aufbleiben wollen«.
Wenn also schon kein Aprilscherz, dann doch wenigstens eine Gute-Nacht-Geschichte.

Gute Nacht, Deutschland.


Noch drei Tage können die T-Shirts (siehe Geiernotiz vom 29. 3.) »bestellt« werden.

 

 

 

 

 

Photo: © Geier

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