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Im Verborgenen — Okkultismus neu betrachtet


By Geier - Posted on 11 Januar 2009

11. Januar 2009
Wenn wir von Okkultismus hören, denken wir zumeist spontan an Astrologie, Kartenlegen, Glaskugel, Gläserrücken, Pendeln, Bleigießen, Wahrsagerei, an geheimnisvolle Séancen und andere esoterische Praktiken. Dies ist nicht falsch. Aber es ist bei weitem nicht die ganze Wahrheit.

Ganz allgemein bezeichnet okkultes Wirken das Wirken im Verborgenen, das Geheimnisvolle, den Augen der Öffentlichkeit entzogene. Wir finden aber in der Bibel einen Begriff, der das Bedeutungsspektrum des Okkulten erheblich erweitert. In Apostelgeschichte 19, 19 lesen wir:

»Viele aber von denen, welche vorwitzige Künste getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen; und sie berechneten den Wert derselben und fanden ihn zu fünfzigtausend Stück Silber.« (Elberfelder)


Dabhar übersetzt hier:

»(Hin)reichend (viele) aber der die (okkult) umwirkenden (Kräfte) Praktiziert(hab)enden, (als) die Buchrollen Zusammengetragen(hab)ende, brannten sie (sie) (nieder) im Auge aller, und sie erkieselten ihre Werte zusammen und fanden (sie) (als) fünfzigtausend (des) Silbernen.«

 

Übersetzer und Ausleger sind sich eigentlich einig, daß es sich bei den verbrannten Büchern um Zauberbücher, also um okkultistisches Material gehandelt hat. Das Wort, das hier als vorwitziges bzw. okkultes Wirken übersetzt wird, heißt »periergos«. Wir finden es an zwei weiteren Stellen des neutestamentlichen Grundtextes: In 2. Thess. 3, 11 bezeichnet Paulus damit diejenigen, die unordentlich wandeln und nicht arbeiten. In 1. Tim. 5, 13 werden damit jene Witwen bezeichnet, die — auch statt zu arbeiten — in den Häusern herumkommen, Klatsch verbreiten und Unnützes reden. In beiden Fällen wird Okkultismus mit der Weigerung, für den eigenen Unterhalt selbst zu arbeiten, in Verbindung gebracht. In dem zweiten Fall, dem der Witwen, geht es außerdem um den Aufbau sozialer Netzwerke, die im Verborgenen Informationen streuen und austauschen und dadurch auf indirekte, manipulative Weise im Geheimen wirken — und betrieben werden solche Netzwerke heute durchaus nicht nur von Witwen. Nur sind sie bei weitem nicht so geächtet wie andere okkulte Strukturen, ja sie werden gemeinhin gar nicht als okkult — im biblischen Sinne — wahrgenommen.

Das Bestreben des Menschen, ohne Arbeit reich zu werden, ist alt. Relativ unbekannt ist freilich immer noch die Nähe dieses Strebens zum Okkultismus, die Paulus hier an zwei Stellen betont. Dies erinnert mich an die Finanzkrise, die ja dadurch ausgelöst wurde, daß kaufmännische Risiken derart kompliziert in undurchsichtigen Finanzprodukten verborgen wurden, daß selbst einige Akteure am Ende ihre eigenen Transaktionen nicht mehr durchschauen konnten. Einige hatten sogar die Stirn, dieses Nichtverstehen als Entschuldigungsgrund vorzubringen; tatsächlich sind diese hochkomplexen Finanzstrukturen jedoch gerade mit der Zielsetzung gebastelt worden, ein Geheimnis zu schaffen: verborgenes Herrschaftswissen, das nur wenigen zugänglich ist und es diesen Eingeweihten erlaubt, von der Arbeit anderer Menschen zu leben. Wenn sich der Staub gelegt haben wird, werden Billionen umverteilt sein — nicht verschwunden, aber eben umverteilt, und zwar auf eine Weise, daß niemand so recht weiß, wo das viele Geld eigentlich hingekommen ist und warum. Würde eine solche Umverteilung offen vorgenommen, wäre mit Protesten, mit Revolutionen zu rechnen. Deshalb geschieht sie im verborgenen — im okkulten. Die babylonischen Mysterienkulte waren nichts anderes: Geheimbünde mit der Zielsetzung, einer Kaste von Eingeweihten durch verborgenes Wissen Einkommen und Macht zu sichern.

In diesem Sinne kann man selbst mit der Bibel Okkultismus treiben: Wenn man sie, so wie es die katholische Kirche jahrhundertelang getan hat und zum Teil heute noch tut, zu einem Buch erklärt, das dem Verständnis des gemeinen Volkes entzogen ist und nur von Priestern gelesen und ausgelegt werden darf. Auch so entsteht eine Geheimwissenschaft, die einer klerikalen Kaste durch Verheimlichung Einkommen und Macht verschafft. Wie viele Christen sind wegen des Besitzes oder des Lesens der Bibel auf dem Scheiterhaufen gelandet — das künstliche Mysterium um die Bibel mußte um jeden Preis verteidigt werden.

Die Entstehung einer weiteren Geheimwissenschaft können wir gerade weltweit beobachten. Ich rede von der Öko- bzw- Klimareligion, die sich ebenfalls anschickt, auf geheimnisvolle (und damit okkulte) Weise Volksvermögen in Billionenhöhe in neue Taschen zu verteilen. Beim Orakel von Delphi waren es hinter Vorhängen verborgene Priesterinnen — die Pythien — welche die Ratsuchenden manipulierten. Diese zeigten sich dankbar: Die Opfergaben waren so umfangreich, daß dafür entlang der Straße zum Tempel Schatzhäuser errichtet werden mußten. Der Vorhang, der heute die Ratsuchenden von den Priestern trennt, heißt »Computermodell«. Die Computermodelle der Klimareligion sind in höchstem Maße intransparent. Unter seriösen Wissenschaftlern besteht kein Zweifel daran, daß solche Modelle außerstande sind, zuverlässige Voraussagen über die klimatische Entwicklung zu treffen. Das Klima wird von viel zu vielen variablen Einflußfaktoren bestimmt, die zum Teil noch unerforscht sind. Es kann deshalb keine seriösen Prognosen im wissenschaftlichen Sinne geben. Durch den geheimnisvollen »Vorhang« des Computermodells hindurch entsteht allerdings der Anschein der Glaubwürdigkeit. Und so wie die Besucher Delphis Geld und Gut hergaben, um aus dem Munde des verborgenen Orakels einen Rat entgegenzunehmen, den sie einem Menschen, dem sie Angesicht zu Angesicht gegenüberstünden, niemals »abgekauft« hätten, so funktioniert auch das »Computermodell«. Prognosen, die einer naturwissenschaftlichen Überprüfung niemals standhalten, werden geglaubt, nur weil das geheimnisvolle Computer-Orakel sie ausspeit. Ja nicht nur, daß sie geglaubt werden: Sie werden darüberhinaus fürstlich entlohnt: Eine gigantische Industrie, die Milliarden verschlingt, gründet sich mittlerweile auf den Glauben an diese geheimnisvollen »Computermodelle«. Die »Schatzhäuser« sind schon errichtet und warten nur darauf, vom Steuerzahler gefüllt zu werden: So soll z. B. Deutschland Kosten in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro schultern, um bis 2020 einen Temperaturanstieg von 0,0007°C zu vermeiden — was nicht einmal meßbar, geschweige denn relevant ist. Solche Absurditäten sind nur mit religiöser Verblendung erklärbar und damit, daß hier nach Kräften verschleiert und verborgen — also wieder im okkulten Bereich gearbeitet — wird.

Rückblick 1. Lesertreffen

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