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Protestantismus

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Ja klar doch, Herr Matthies!

22. Juni 2012

 

Im Zusammenhang mit der Öffnung sächsischer Pfarrhäuser für Homosexuelle wurde auch der in der sächsischen Landeskirche beschäftigte Evangelist Lutz Scheufler suspendiert. Er gehört zu einem Kreis von Kirchenmitgliedern, der aufgrund dieser Entwicklungen »die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anerkennt« Dem liegt der Grundirrtum zugrunde, daß so eine Kirche nicht eine weltliche, sondern eine geistliche Struktur wäre, weshalb sie eine geistliche Leitung haben könne. Jedenfalls fanden die Kirchenverwalter das gar nicht lustig und haben Scheufler untersagt, sich fürderhin »als Landesjugendwart zu äußern und im Auftrag der Landeskirche zu predigen«. In diesem Zusammenhang fragt der Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur idea, Helmut Matthies:

Wie kann es sein, dass Pfarrerinnen und Pfarrer im Amt bleiben, die wesentliche Bestandteile des Glaubensbekenntnisses — wie die Jungfrauengeburt — leugnen, gleichzeitig aber der suspendiert wird (und deshalb nicht mehr in kirchlichem Auftrag predigen darf), der die kirchenleitenden Gremien als geistliche Instanz nicht mehr akzeptieren kann? Ist also die Loyalität zum Herrn der Kirche — Christus — weniger wichtig als die Loyalität zu kirchlichen Gremien?

 

Rindfleischtheologie

12. Mai 2012

 

Man soll ja von einem Ochsen nicht mehr als Rindfleisch erwarten. Und man soll von einer Landeskirche nicht mehr als … nun ja, ich will nun nicht zu solch starken Worten wie »Bullshit« greifen, auch wenn ich mit Paulos ein honoriges Vorbild für solche Wortwahl geltend machen könnte … aber doch scheint es wohl vermessen, kirchlicherseits die geistlich saubere Beurteilung eines alltäglichen Sachverhaltes zu erwarten, und wenn es auch nur ein ganz kleiner, provinzieller, unbedeutender wäre; von einer Landeskirche wie der sächsischen zumal, die sich gerade für den bahnbrechenden, kirchenspaltungsabwendenden und versöhnungsstiftenden Kompromiß gefeiert hat, daß künftig zwar PfarrerInnen mit ihren homosexuellen GespielInnen die PfarrhäuserInnen bevölkern dürfen, aber zum Ausgleich beschlossen wurde, daß Ehe und Familie ja irgendwie auch ganz nett sind und nach wie vor eine gewisse (ja sogar biblische!) Berechtigung hätten. Ich soll mich nicht so aufregen? Der Blutdruck? Paßt schon; der meine ist von Natur aus so niedrig, daß ein moderater Anstieg nicht viel Schaden macht.

Citat des Tages LII

10. März 2012

 

Soweit ich es beobachten kann, befinden sich die evangelikalen Freikirchen heute etwa auf dem selben geistlichen Niveau wie die großen Landeskirchen vor 30 bis 40 Jahren. Das Christentum wird zwar noch bekannt, aber nicht mehr gelebt. 

 

gefunden auf »Christlicher Aussteiger«

 

 

 

Die Russen kommen! Über Alexander Dubček und Jüngerschaft

19. Februar 2012

 

Es begab sich aber, daß ich heute vormittag eine Predigt gehört habe. Ein junger Mann hat sich ehrlich gemüht, innerhalb eines (frei)kirchlichen Rahmens so etwas wie Jüngerschaft publik zu machen, unter anderem mit Hilfe des folgenden Films (der — von den wirklich grusligen Heiligenbildern am Schluß abgesehen — in seiner Aussage gar nicht so verkehrt ist*):

 

 

Er hatte wohl verstanden, daß das kirchliche System, in dem er zu Hause ist, nicht so richtig fruchtbar ist, und dachte nun, man könne das jüngerschaftlich ein bißchen aufpeppen. Was er offensichtlich nicht weiß: Kirche kann man nicht mit Jüngerschaft ergänzen, das Prinzip einer klerikal verfaßten Kirche ist mit Jüngerschaft inkompatibel, da Kirche ja gerade das Produkt des religiösen Fleisches ist, welches die jüngerschaftliche Dynamik der ersten Christen erstickt hat. Beide Prinzipien sind buchstäblich wie Feuer und Wasser. Das faulige Wasser des Klerikalismus hat das Feuer der Jüngerschaft zum erlöschen gebracht, und da kann man nun einmal ganz schlecht nachträglich hergehen, sich darüber beschweren, daß das Wasser nicht so richtig wärmen will und versuchen, diesen kirchlichen Löschteich mit ein paar dekorativen Flammen zu garnieren. Da könnte man auch gleich einen Tauchsieder ins Meer halten: Bringt nichts, da muß man kein Prophet sein, um das zu wissen.

Neues aus der Anstalt

23. Januar 2012

 

Dresden · In Sachsen dürfen zoophile Pfarrerinnen und Pfarrer künftig unter bestimmten Voraussetzungen gemeinsam mit ihrem Partnertier im Pfarrhaus leben. Das hat die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am 21. Januar in Dresden entschieden.
Voraussetzung sei allerdings eine eingetragene Lebenspartnerschaft des Paares und die einmütige Zustimmung des Kirchenvorstandes. Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) hob bei der Tagung der Kirchenleitung hervor, wie umstritten dieses Thema sei. Nur durch ein gegenseitiges Respektieren und Achten der jeweils anderen Auffassung könnten diese gegensätzlichen Auffassungen überwunden werden. Er hoffe, „dass die Christinnen und Christen in den Kirchgemeinden unserer Landeskirche diese Entscheidung der Kirchenleitung mittragen werden“, erklärte Bohl. Er sei sicher, „dass zoophil geprägte Menschen, mit denen wir in der Gemeinschaft der Kirche verbunden sind, als Schwestern und Brüder im Glauben akzeptiert werden“. Eine wichtige Grundlage für die Entscheidung war den Angaben zufolge ein Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Zoophilie in biblischem Verständnis“. Zugleich bekräftigte die Kirchenleitung die bleibende Bedeutung der biblischen Ordnung von Ehe und Familie als Leitbild des Zusammenlebens von Frau und Mann. 

 

Halt, halt, Moment! Da ist hier in der Redaktion wohl was durcheinandergeraten. Nein, nicht viel, nur zwei, drei Worte. Immerhin. Soll nicht wieder passieren. Hier kommt die echte Pressemeldung:

 

Von Radikalen, Rechtsanwälten und Distanzierern: Ein Nachtrag

3. Januar 2012

 

Das lateinische Wort »Radix« bezeichnet eine Wurzel, einen Ursprung, eine Quelle, auch ein festes Fundament. Radikale sind also Verwurzelte, Gründliche und selbst Gegründete, oft auch Leute, die Probleme an der Wurzel anpacken, weswegen für andere, die ein Problem, wenn überhaupt, lieber nur oberflächlich behandeln, »Radikaler« ein Schimpfwort ist.

Vor ein paar Tagen hatte ich die Strafanzeige einer Berufsgrünen gegen Wilfried Plock und einige christliche Verlage kommentiert und auch die Begleitung des Falles durch den NDR gewürdigt, heute will ich zu dem Thema noch ein paar Gedanken nachtragen.

Durch seinen Rechtsanwalt hat Plock nun den NDR aufgefordert, künftig die Behauptung zu unterlassen, er sei ein radikaler Christ. Ich kann mir nicht helfen: Wenn ich das lese, sehe ich Plock vor mir, wie er vor seinem Schöpfer steht, der gerade sagen will: »Du bist ein guter und treuer Knecht und ein radikaler Christ gewesen, gehe ein in die Freude deines Herrn« und Plock ihm antwortet: Radikaler Christ? Du wirst in dieser Angelegenheit noch Post von meinem Anwalt bekommen!

Die Reconquista marschiert.

27. Dezember 2011

 

Morgen beginnt in Berlin das Europäische Taizé-Jugendtreffen, das sich bis zum 1. Januar hinziehen und etwa 30.000 junge Christen auf Abwege führen soll. Politik und Kirchen sind begeistert und überschlagen sich mit Unterstützung und wohlwollenden Grußadressen.

Die »Communauté de Taizé« in Frankreich ist ein Orden, der unter dem Deckmantel des Ökumenismus die Reconquista,[G] die Rekatholisierung Europas, vorantreibt. Ordensgründer war der Kryptokatholik Frère Roger Schutz, der sich zwar zeitlebens als Protestant bezeichnet hat, tatsächlich aber schon 1972 heimlich zum Katholizismus convertiert war. Am 6. Dezember 2006 schrieb die F.A.Z. dazu:

»… das Blöken von Kleinvieh in meinen Ohren« oder: »Rühret Gebanntes nicht an!«

23. November 2011

 

»Bald nun ist Weihnachtszeit …« Zwar ist Weihnachten ja nun bei weitem nicht das einzige heidnische Fest, das von der babylonischen Kirche »umgechristelt« wurde, aber ganz bestimmt das populärste. Unstrittig dürfte sein, daß die Brüder in den ersten Jahrhunderten nicht auf den Gedanken gekommen wären, ein Fest wie Weihnachten zu feiern; unstrittig fernerhin, daß etwa im dritten bis vierten Jahrhundert den Wintersonnenwendfeiern des Mithras und den Saturnalien nachträglich eine »christliche« Bedeutung untergeschoben wurde und — zusammen mit weiteren Umdeutungen und Vermischungen — jene konstantinische Mischreligion aus Heidentum und christlichen Versatzstücken gebastelt wurde, die heute von den meisten Nicht- und Nominalchristen als »Christentum« wahrgenommen wird.

Eines der Hauptmotive Konstantins für die Integration heidnischer Kulte in seine Privatversion des »Christentums« war sein Antisemitismus. Eusebius citiert ihn in »De vita Constantini« (hier in Bezug auf das Osterfest) mit den Worten:

Denn es erschien jedem eine äußerst unwürdige Tatsache, daß wir in diesem äußerst heiligen Fest den Gewohnheiten der Juden folgen sollten, welche — verdorbene Schufte! — ihre Hände befleckt haben mit einem ruchlosen Verbrechen. Es ist nur gerecht, daß sie in ihrem Sinn erblindet sind. Es ist daher passend, wenn wir die Praktiken dieses Volkes zurückweisen und in alle Zukunft das Begehen dieses Festes auf eine legitimere Art feiern. Laßt uns also nichts gemeinsam haben mit dem äußerst feindlichen Pöbel der Juden. 

Konstantin hat also diese Art »Christentum« ganz bewußt von der Wurzel Israel abgeschnitten (und damit natürlich auch von Christos), weil er sich von den Juden abgrenzen wollte, und hat mit dem Katholizismus eine eigene Religion geschmiedet — in etwa so wie die Baháʼí, die sich ja auch aus allen möglichen Religionen Elemente herausgeschnitten haben, und die trotzdem niemand als Christen bezeichnen würde, nur weil sich auch das eine oder andere dem Christentum entlehnte Element bei ihnen findet.

 

Schöner sterben: Käßmann sucht den Supersarg

9. November 2011

 

Die femme fatale des deutschen Luthertums ist doch immer wieder für eine Notiz gut. Diesmal wenigstens verhält sie sich ganz und gar schriftkonform, nämlich gemäß dem Wort aus Mt. 8, 22: »Laß die (geistlich) toten ihre Toten begraben«. Und so hat sich Frau Käßmann um den deutschen Totenkult verdient gemacht, indem sie als Jurymitglied für ein Bestattungsunternehmen die schönsten Särge, die schönsten Urnen, die schönsten Grabsteine und die schönsten Friedhöfe Deutschlands ausgesucht hat.

Ihr Maßstab: Individualität über den Tod hinaus, insceniert zum Beispiel mit dem Siegersarg, dem C 101 der Freiburger Manufaktur Cascada, einem Gerät, schwarz und schön wie ein Konzertflügel, mit gegossenen und vernickelten Beschlägen und 210 funkelnden Swarovski-Kristallen verziert. Den 211. gibt es extra dazu: Zur Erinnerung daran, daß man etwa vier- bis sechstausend Euro dafür erlegt hat, ein paar hundert von diesen Kristallen in die Erde versenken zu dürfen.

 

 

 

 

Photo: © cascada design | manufactur

Abbildung mit freundlicher Genehmigung

Papst distanziert sich erneut in aller Deutlichkeit vom Katholizismus

25. / ergänzt 26. September 2011

Ich wollte das gar nicht! Er hat mich provoziert! Ja, schon wieder! Wirklich! Ich hatte ganz bestimmt nicht vor, den Deutschlandbesuch eines römischen Gurus mit einer Geiernotiz aufzuwerten. Es ist schließlich auch gar nicht zu leisten, hier jeden Touristen persönlich mit ein paar Zeilen zu begrüßen. Ich hätte nichts gesagt. Ich wäre einfach höflich schweigend und mir mein Teil denkend darüber hinweggegangen. Aber er hat es mal wieder übertrieben. Aber sowas von übertrieben!

Da sind also die evangelischen Kirchenfürsten, die schon um ihrer Pensionen willen nichts davon wissen wollen, daß geistliche Einheit nicht aus der Annäherung von Sekten[G], sondern nur aus deren Überwindung erwächst, extra angetreten, um dem Obersten aller Katholiken Reverenz zu erweisen in der Hoffnung, daß er dafür ein kleines bißchen evangelischer würde — und was antwortet er ihnen? Die Erwartung, er könne ihnen entgegenkommen, gründe nur auf einem Mißverständnis:

»Der Glaube der Christen beruht nicht auf einer Abwägung unserer Vor- und Nachteile. Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. Der Glaube ist nicht etwas, was wir ausdenken und aushandeln.«

Rückblick 1. Lesertreffen

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